Sprechstunde für Leber- und Pankreaserkrankungen

Individuelle Abklärung bei Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

In unserer Leber- und Pankreassprechstunde betreuen wir Patient:innen mit bekannten oder vermuteten Erkrankungen der Leber und Bauchspeicheldrüse.

Ziel ist eine frühzeitige, präzise Diagnostik, eine gezielte Therapieplanung sowie die Vorbeugung von Komplikationen.

Lebererkrankungen (Hepatologie)

Unsere Lebersprechstunde richtet sich an Patient:innen mit:

  • Erhöhten Leberwerten unklarer Ursache
  • Fettleber (MASLD/MASH, früher NAFLD/NASH)
  • Virushepatitis (Hepatitis B oder C)
  • Autoimmuner Hepatitis oder Primär biliärer Cholangitis (PBC)
  • Leberzirrhose und deren Folgeerkrankungen
  • Verdacht auf medikamentöse oder alkoholbedingte Leberschädigung
  1. Anamnese und Basisdiagnostik
  • Detaillierte Krankengeschichte, inkl. Alkohol- und Medikamentenanamnese
  • Abklärung von Begleiterkrankungen (z. B. Diabetes, Übergewicht, Stoffwechselstörungen)
  • Körperliche Untersuchung und Laboranalyse (Leberwerte, Gerinnung, Virusdiagnostik, Autoimmunmarker)
  • Ultraschall oder FibroScan® zur Beurteilung von Leberstruktur und -elastizität
  1. Erweiterte Diagnostik bei Bedarf
  • Genetische Tests (z. B. Hämochromatose, Wilson-Krankheit, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel)
  • Endokrinologische und metabolische Abklärung bei Fettleber oder Adipositas
  • Bildgebung mittels CT oder MRT bei unklaren oder fortgeschrittenen Befunden
  1. Individuelle Therapieplanung
    Je nach Diagnose erfolgt eine massgeschneiderte Behandlung, bestehend aus:
  • Lebensstil- und Ernährungsanpassung
  • Medikamentöser Therapie (z. B. antivirale oder antiinflammatorische Medikamente)
  • Verlaufskontrolle bei stabilen Lebererkrankungen
  • Zusammenarbeit mit Chirurgie oder Transplantationszentren bei fortgeschrittener Zirrhose

Pankreaserkrankungen (Bauchspeicheldrüse)

Zysten der Bauchspeicheldrüse kommen häufig vor und werden oft zufällig entdeckt.

Wir unterscheiden:

  • Seröse Zystadenome: gutartig, mit klarer Flüssigkeit
  • Muzinöse Zystadenome: potenziell bösartig, schleimhaltig
  • IPMN (intraduktale papillär-muzinöse Neoplasien): Zysten im Gangsystem, teils mit Krebsrisiko
  • Pseudozysten: entzündlich bedingt, meist nach Pankreatitis

Ursachen: Entzündungen (v. a. nach akuter Pankreatitis), genetische Faktoren, zunehmendes Alter.
Abklärung: Endosonographie, MRI/MRCP, Labor (Tumormarker, Pankreasenzyme).
Therapie: Verlaufskontrolle, minimalinvasive Drainage oder chirurgische Entfernung – je nach Art, Grösse und Risiko.

Die akute Pankreatitis ist eine plötzliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse, meist ausgelöst durch:

  • Gallensteine (ca. 45 %)
  • Alkoholkonsum (ca. 35 %)
  • Erhöhte Blutfette, Medikamente oder selten genetische Ursachen

Symptome: Starke Oberbauchschmerzen mit Ausstrahlung in den Rücken, Übelkeit, Erbrechen, Blähbauch.

Diagnose:

  • Erhöhte Lipase im Blut (mehr als 3× über Norm)
  • Typische Beschwerden und bildgebende Befunde (Sonographie, CT, MRCP)

Behandlung:

  • Stationäre Überwachung, Flüssigkeits- und Schmerztherapie
  • Behandlung der Ursache (z. B. Gallensteinentfernung via ERCP)
  • Ernährung nach Stabilisierung oral oder enteral
  • Antibiotika nur bei nachgewiesener Infektion

Die meisten Verläufe sind mild, bei schwerer nekrotisierender Pankreatitis ist jedoch eine engmaschige Überwachung auf Intensivstation erforderlich.

Wiederholte Entzündungen können zu einer dauerhaften Schädigung der Bauchspeicheldrüse führen.

Folgen sind Verdauungsstörungen, Fettstühle und Diabetes.
Ziele der Therapie: Schmerzreduktion, Enzymsubstitution, Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Alkoholstopp, Stoffwechselkontrolle).

Das Pankreaskarzinom ist eine ernste, oft spät diagnostizierte Erkrankung.

In der Schweiz erkranken jährlich rund 1 400 Menschen, meist mit dem duktalen Adenokarzinom.

Risikofaktoren: Rauchen, chronische Pankreatitis, Übergewicht, genetische Prädisposition.
Symptome:

  • Oberbauchschmerzen, häufig in den Rücken ausstrahlend
  • Gewichtsverlust, Gelbsucht, Appetitlosigkeit
  • Neu aufgetretener Diabetes

Diagnostik:

  • CT oder MRT/MRCP zur Beurteilung von Tumorausdehnung
  • Endosonographie mit Feinnadelpunktion (EUS-FNA) zur Gewebeentnahme
  • Tumormarker (CA 19-9) zur Verlaufskontrolle

Therapie:

  • Chirurgische Entfernung (Whipple-Operation), falls möglich
  • Adjuvante Chemotherapie zur Verbesserung der Überlebenschancen
  • Endoskopische Stentbehandlung bei Gallenwegsverschluss
  • Palliative Therapie zur Linderung von Schmerzen und Verbesserung der Lebensqualität

Früherkennung und konsequente Nachsorge bei Risikopatient:innen sind entscheidend.

Unser Konzept: Ganzheitlich, individuell, interdisziplinär

Unsere Leber- und Pankreassprechstunde vereint modernste Diagnostik, evidenzbasierte Medizin und persönliche Betreuung.

Wir arbeiten eng mit Radiologie, Endokrinologie, Chirurgie und Onkologie zusammen, um für jede Patientin und jeden Patienten den optimalen Behandlungsweg zu finden.

  • Erhöhte Leberwerte oder unklare Leberveränderungen
  • Verdacht auf Pankreatitis oder Pankreaszyste
  • Gewichtsverlust, Gelbsucht, Oberbauchbeschwerden
  • Verlaufskontrolle bei chronischer Leber- oder Pankreaserkrankung